Eigene Eheversprechen | „Muss ich wirklich etwas sagen?“

Viel diskutiert und oft gewünscht kommt nun endlich unser Blogartikel zu diesem Thema. Eigene Eheversprechen, Gelübde oder persönliche Worte… nennt es wie ihr wollt. Es geht darum mehr als nur „Ja, ich will“ in der eigenen freien Trauung zu sagen. Das kostet Überwindung, das kostet Zeit und der erste Reflex fast aller Brautpaare ist „nö – das sparen wir uns“. Aber warum? Macht das nicht. Mit ein paar kleinen Tricks und Hilfe, kriegt ihr das hin und ihr werdet es ganz sicher nicht bereuen.

Versprochen.

Vorbereitung ist alles.

Hand aufs Herz liebe Männer. 99% von euch scheuen sich davor aus der Angst heraus nicht zu wissen, was man da schreiben soll.
Ehegelübde. Das klingt schon immer so kitschig und ist doch auch die Stelle, an der Frauen bei jedem Film in Tränen ausbrechen. Will man das?
Ja! Ihr wollt das.
Und eure Bräute wollen das auch. Zumindest sind sie meist die treibende Kraft, wenn wir das in unseren Traugesprächen besprechen. (Gegen jedes Klischee hilft natürlich immer mal wieder die Ausnahme von der Regel - das wisst ihr ja.)

Das schöne ist: es ist gar nicht so schwer, wenn man mal genauer hinschaut. In den Vorbereitungen zu eurer freien Trauung sprecht ihr doch sowieso die ganze Zeit über eure Anfänge und was euch als Paar ausmacht. Schreibt doch einfach nach einem solchen Gespräch mal all das auf, was euch im Kopf rumgeistert. Was macht euch anders als den anderen? Was würdet ihr vermissen, wenn der andere nicht mehr da ist? Welches Highlight aus eurer Beziehung ist es wert in so einem Moment nochmal erwähnt zu werden? („Damals, die Autofahrt zu… weißt du noch?“)

Ihr kriegt das Ruckzuck zusammen und es wird großartig. Da schaut auch keiner auf Rechtschreibung oder Grammatik. Legt mal die Panik ab, dass das bewertet wird. Es sind EURE Worte, für diesen einen Augenblick. Da geht’s nicht um Perfektion, sondern darum ehrlich und original zu bleiben.
Lacht ihr sonst auch viel? Dann darf auch in diesem Moment geschmunzelt werden. Keine Angst vor „darf man das so“. Die Antwort lautet immer JA, solang ihr euch damit wohl fühlt und es von Herzen kommt.
Und für alle Unsicherheiten, habt ihr ja (hoffen wir) einen Profi an eurer Seite, der euch beim Schreiben unterstützt.

Der große Augenblick

Dann kommt er der Tag der Tage. Die Aufregung steigt.
Oh je – und jetzt noch was vortragen?
Vergesst das mal. An dieser Stelle sag ich euch, dass das niemand auswendig lernen muss.
Solltet ihr begnadete Redner sein, oder ein fotografisches Gedächtnis haben, dann nur zu – aber für alle anderen – nutzt eure perfekte Vorbereitung und ruht euch darauf aus.
Dann habt ihr bis zum Ja-Wort nämlich Zeit um alles andere zu genießen, statt permanent Panik zu schieben, weil ihr im Kopf schon wieder eure persönlichen Worte durchgeht.
Nutzt lieber die Situation zu eurem Vorteil. Euer Versprechen muss keineswegs auf einem kleinen Zettel unauffällig in einer Tasche versteckt werden. Ob Briefe, Schriftrollen, Bilderrahmen oder andere Accessoires, die gut zu eurer Hochzeit passen – es darf ruhig jeder sehen und wissen, dass ihr euch im Vorfeld Gedanken gemacht habt.
Warum denn auch nicht?
Und da wir einmal dabei sind.
Wer sagt, dass ihr ein Mikrofon benutzen müsst? Dann hört es leider die Tante in der vierten Reihe nicht mehr richtig. Völlig wurscht. Ihr macht das doch füreinander und nicht für die anderen.

Es geht um eine einmalige Chance euch noch einmal zu sagen, was ihr füreinander empfindet und warum ihr dort steht, um euch ein so großes Versprechen zu geben.

Traut euch sie zu nutzen.

Und wenn ich kein Wort rausbekomme?

Nun die Tipps und Tricks gegen die zittrige und tränenerstickte Stimme – besonders für die Mädels, die davor am allermeisten Angst haben. Fangt an.

Ja ich meine tatsächlich, lest als erstes euer Versprechen vor.
Denn eure eigenen Worte habt ihr schon oft gelesen und seid sie im Kopf immer wieder durchgegangen. Auch wenn das keine Garantie ist im tränenfrei durchzukommen, so weiß ich doch aus Erfahrung, dass man sich mit den eigenen Worten viel schwerer selbst zum Weinen bringt. (Das ist überhaupt nur der Grund, warum meine Mädels und ich diesen Job überhaupt machen können.)
Zudem könnt ihr danach genießen, was euer Schatz zu sagen hat.

Genießen ist das richtige Stichwort. Genau das solltet ihr. Denn es ist ein wunderbarer, schöner, einmaliger und ganz besonders kostbarer Augenblick.

Fotocredits

Titelbild: Anja Feßer
Weitere Bilder im Text: Paul Träger | Goldine Fotografie | Take a Pick